Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von minikredite.org, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, Minikredite miteinander zu vergleichen, um die besten seriösen Anbieter zu finden.

Was ist der Effektivzins?

Definition

Der Effektivzins (effektiver Jahreszins) zeigt die Gesamtkosten eines Kredits pro Jahr in Prozent: Sollzins plus alle Kosten, die du für den Kredit zwingend zahlen musst, etwa Vermittlungskosten.

Rechtsgrundlage
§ 16 PAngV (Berechnung), § 17 PAngV (Pflichtangabe in der Werbung)
Nicht enthalten
freiwillige Zusatzleistungen, z. B. eine kostenpflichtige Express-Auszahlung
Abgrenzung
Sollzins = reiner Preis für das geliehene Geld

Rechenbeispiel aus einem echten Angebot

VEXCASH, repräsentatives Beispiel

500 € für 3 Monate, 3 Raten à 170,54 €. Du zahlst insgesamt 511,62 €, also 11,62 € Kosten. Die Auszahlung in 24 Stunden kostet bei VEXCASH zusätzlich 69 € (Smart-Paket) und steckt nicht im Effektivzins.

Repräsentatives Beispiel nach § 17 PAngV: 500 € Nettodarlehensbetrag, 3 Monate, Sollzins 10,60 % fest, eff. Jahreszins 11,13 %, 3 Raten à 170,54 €, Gesamtbetrag 511,62 €. Kreditgeber: Vexcash AG, Berlin; Kreditgeber AS Magnetiq Bank. Zu VEXCASH*

Werbehinweis: Links mit * sind Partnerlinks. Schließt du darüber einen Kredit ab, erhalten wir eine Provision. Auf Reihenfolge und Bewertung hat das keinen Einfluss.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Effektivzins, offiziell effektiver Jahreszins, drückt die Gesamtkosten eines Kredits als Prozentsatz pro Jahr aus. Er ist die wichtigste Zahl für einen fairen Kreditvergleich.
  • Wie er berechnet wird und welche Kosten hineingehören, regelt § 16 der Preisangabenverordnung (PAngV). Freiwillige Zusatzleistungen wie eine optionale Versicherung zählen nicht dazu.
  • Wer mit Zinsen für einen Kredit wirbt, muss nach § 17 PAngV auch den effektiven Jahreszins nennen, und zwar mindestens so deutlich wie jeden anderen Zinssatz.

In Kreditangeboten stehen meist zwei Prozentangaben: der Sollzins und der effektive Jahreszins. Der Sollzins wirkt oft attraktiver, weil er niedriger ist. Für deine Entscheidung zählt aber der Effektivzins, denn nur er zeigt, was der Kredit dich unter dem Strich pro Jahr kostet.

Was ist der Effektivzins?

Der Effektivzins gibt die Gesamtkosten eines Verbraucherkredits als jährlichen Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags an, also des Betrags, den du tatsächlich ausgezahlt bekommst. Er berücksichtigt nicht nur den Sollzins, sondern alle Kosten, die du im Zusammenhang mit dem Kreditvertrag zahlen musst. Dazu gehört auch, wann und wie oft die Zahlungen fällig werden.

Der Sollzins ist dagegen nur der reine Preis für das geliehene Geld. Er sagt nichts über weitere Kosten und nichts darüber aus, wie oft die Bank die Zinsen abrechnet. Schon die monatliche Zinsabrechnung sorgt dafür, dass der Effektivzins etwas über dem Sollzins liegt.

Was im Effektivzins steckt und was nicht

§ 16 PAngV legt fest, welche Kosten einzurechnen sind. Grundsätzlich gehören alle Kosten dazu, die du für den Kredit zwingend zahlen musst. Ausgenommen sind Kosten, die du durch eigenes Fehlverhalten auslöst, und Leistungen, die du freiwillig dazubuchst.

Im Effektivzins enthaltenNicht im Effektivzins enthalten
SollzinsenVerzugszinsen und Mahngebühren
Kosten der Kreditvermittlungfreiwillige Restschuldversicherung
Kontoführung, wenn das Konto Pflicht für den Kredit istkostenpflichtige Express-Auszahlung, wenn sie optional ist
Pflichtversicherungen, ohne die es den Kredit nicht gibtNotarkosten

Gerade bei Minikrediten ist der letzte Punkt wichtig. Manche Anbieter werben mit einem günstigen Effektivzins, verlangen aber für eine schnelle Auszahlung ein Zusatzpaket. Dieses Entgelt taucht im Effektivzins nicht auf, wenn du es abwählen kannst. Ein echtes Beispiel dazu findest du weiter oben auf dieser Seite.

So wird der Effektivzins berechnet

Die genaue Formel steht in der Anlage zur PAngV. Sie setzt alle Auszahlungen der Bank und alle Zahlungen von dir mit ihrem Zeitpunkt ins Verhältnis und sucht den Jahreszins, bei dem sich beide Seiten ausgleichen. Von Hand rechnet das niemand, das Prinzip lässt sich aber an zwei Beispielen zeigen.

Beispiel 1, nur Zinsen: Du leihst dir 5.000 € für 24 Monate zu 6 % Sollzins pro Jahr. Die Bank berechnet jeden Monat 0,5 % Zinsen. Durch die monatliche Abrechnung ergibt sich ein effektiver Jahreszins von rund 6,17 %. Die Monatsrate beträgt 221,60 €.

Beispiel 2, mit Vermittlungskosten: Gleicher Kredit, aber ein Vermittler behält 100 € von der Auszahlung ein. Du bekommst nur 4.900 €, zahlst aber weiter 24 Raten von 221,60 €. Der effektive Jahreszins steigt dadurch auf etwa 8,29 %. Am Sollzins hat sich nichts geändert.

Willst du ein Angebot selbst nachprüfen, hilft dir der Rechner unter effektiven Jahreszins berechnen.

Effektivzins in der Werbung

Nach § 17 PAngV muss jede Kreditwerbung, die Zinssätze oder Kostenzahlen nennt, weitere Pflichtangaben enthalten: den Kreditgeber, den Nettodarlehensbetrag, den Sollzins und den effektiven Jahreszins. Der effektive Jahreszins muss mindestens genauso hervorgehoben sein wie jeder andere Zinssatz. Diese Angaben müssen in einem repräsentativen Beispiel stehen. Der Werbende muss davon ausgehen können, dass mindestens zwei Drittel der Verträge, die auf die Werbung hin geschlossen werden, zu diesem oder einem niedrigeren Effektivzins zustande kommen.

Steht in der Werbung "ab 2,99 %", ist das also nur der beste Fall. Welchen Zins du bekommst, hängt meist von deiner Bonität ab. Das repräsentative Beispiel ist der ehrlichere Richtwert.

Vorteile und Grenzen des Effektivzinses

Der größte Vorteil: Angebote mit unterschiedlichen Gebühren und Abrechnungsarten werden vergleichbar. Ein Kredit mit niedrigem Sollzins und hohen Nebenkosten fällt sofort auf.

Die Grenzen solltest du trotzdem kennen. Vergleiche nur Angebote mit gleichem Betrag und gleicher Laufzeit, sonst verzerrt das Ergebnis. Bei sehr kurzen Krediten wirkt der Prozentwert hoch, obwohl die Kosten in Euro überschaubar sind, weil er auf ein Jahr hochgerechnet wird. Und freiwillige Zusatzkosten musst du selbst addieren. Schau deshalb immer auch auf den Gesamtbetrag, den du am Ende zurückzahlst.

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minikredite.org-Tipp

Vergleiche Kredite immer über den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag in Euro. Frag bei jedem Zusatzpaket nach, ob es Pflicht ist. Ist es freiwillig, steckt es nicht im Effektivzins.

Aktuelle Kredite im Vergleich

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Minikredite

AnbieterBetrageff. Jahreszins§ 17 PAngVZum Anbieter
VEXCASH100 bis 1.000 € (Neukunden)11,13 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel nach § 17 PAngV: 500 € Nettodarlehensbetrag, 3 Monate, Sollzins 10,60 % fest, eff. Jahreszins 11,13 %, 3 Raten à 170,54 €, Gesamtbetrag 511,62 €.

Zu VEXCASH*
Cashper100 bis 1.500 € (Neukunden)13,40 bis 13,60 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 400 € Nettodarlehensbetrag, 1 Monat, Sollzins 12,71 % fest, eff. Jahreszins 13,48 %, Gesamtbetrag 404,18 €.

Zu Cashper
Minikredit.de199 €13,30 %
Beispiel

Beispiel laut Anbieter: 199 €, 61 Tage, 2 Raten, eff. Jahreszins 13,30 %, Gesamtbetrag 202,12 €.

Zu Minikredit.de

Ratenkredite

AnbieterBetrageff. Jahreszins§ 17 PAngVZum Anbieter
easyCredit1.000 bis 75.000 €5,99 bis 16,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 120 Monate, Sollzins 12,27 % gebunden, eff. Jahreszins 12,99 %, Gesamtbetrag 17.358,72 €.

Zu easyCredit
TARGOBANK1.500 bis 80.000 €3,49 bis 10,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 15.000 € Nettodarlehensbetrag, 73 Monate, Sollzins 6,74 % gebunden, eff. Jahreszins 6,95 %, Gesamtbetrag 18.377,70 €.

Zu TARGOBANK*
comdirect1.500 bis 100.000 €3,29 bis 12,49 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 60 Monate, Sollzins 6,45 % gebunden, eff. Jahreszins 6,64 %, Gesamtbetrag 11.724,55 €.

Zu comdirect*
Bank of Scotland3.000 bis 50.000 €5,24 bis 6,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 23.000 € Nettodarlehensbetrag, 74 Monate, Sollzins 6,49 % gebunden, eff. Jahreszins 6,69 %, Gesamtbetrag 27.969,99 €.

Zu Bank of Scotland*
SWK Bank7.500 bis 100.000 €5,29 bis 12,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 84 Monate, Sollzins 6,12 % gebunden, eff. Jahreszins 6,29 %, Gesamtbetrag 12.316,58 €.

Zu SWK Bank*

Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026. Ohne Stern: Direktlink ohne Provision.

Häufige Fragen zum Effektivzins

Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?

Der Sollzins ist der reine Zins auf das geliehene Geld. Der Effektivzins enthält zusätzlich alle Pflichtkosten und berücksichtigt, wann die Zahlungen fällig sind. Er ist deshalb meist höher.

Ist ein Kredit mit niedrigem Effektivzins immer der günstigste?

Bei gleichem Betrag und gleicher Laufzeit fast immer. Prüfe aber, ob freiwillige Zusatzleistungen dazukommen, die nicht im Effektivzins stecken.

Fazit

Der effektive Jahreszins ist die Zahl, mit der du Kredite vergleichst. Er bündelt Zinsen und Pflichtkosten in einem Prozentwert, berechnet nach § 16 PAngV und in der Werbung Pflicht nach § 17 PAngV. Optionale Extras wie eine Express-Auszahlung oder eine freiwillige Versicherung musst du selbst dazurechnen.

Passendes Werkzeug: Mit dem Kreditrechner berechnest du Monatsrate, effektiven Jahreszins und den vollständigen Tilgungsplan direkt im Browser.

Geschrieben von Max Benz. Definition geprüft am 05.10.2026. Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026.