Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von minikredite.org, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, Minikredite miteinander zu vergleichen, um die besten seriösen Anbieter zu finden.

Was bedeutet Bearbeitungsgebühr bei einem Minikredit?

Definition

Eine Bearbeitungsgebühr ist ein Entgelt für die Bearbeitung des Kreditantrags; bei Verbraucherkrediten hat der Bundesgerichtshof solche Gebühren 2014 für unzulässig erklärt.

Rechtsgrundlage
BGH, Urteile vom 13.05.2014, XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Bearbeitungsgebühr ist ein Entgelt, das ein Kreditgeber für die Bearbeitung eines Kreditantrags verlangt.
  • Bei Verbraucherkrediten sind solche Gebühren in vorformulierten Verträgen unzulässig. Das hat der Bundesgerichtshof am 13.05.2014 entschieden (XI ZR 405/12 und XI ZR 170/13).
  • Verlangt ein Anbieter vor der Auszahlung Geld für die "Bearbeitung", ist das ein Warnsignal. Seriöse Kreditvermittler dürfen erst kassieren, wenn der Kredit ausgezahlt ist (§ 655c BGB).

Früher waren Bearbeitungsgebühren bei Ratenkrediten üblich, oft mehrere Prozent der Kreditsumme. Heute tauchen sie bei Banken in Deutschland praktisch nicht mehr auf. Trotzdem lohnt es sich, den Begriff zu kennen. Bei Minikrediten gibt es andere Entgelte, die ähnlich wirken, und unseriöse Angebote nutzen das Wort gezielt, um Vorkasse zu verlangen.

Was bedeutet Bearbeitungsgebühr bei einem Minikredit?

Mit Bearbeitungsgebühr ist ein einmaliges Entgelt gemeint, das der Kreditgeber für seinen Aufwand bei Antrag, Prüfung und Auszahlung berechnet. Bis 2014 stand es in vielen Kreditverträgen als feste Klausel, meist als Prozentsatz des Kreditbetrags.

Der Bundesgerichtshof hat diese Praxis gekippt. Banken prüfen Anträge und zahlen Kredite im eigenen Interesse aus. Dafür ein gesondertes Entgelt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu verlangen, benachteiligt Verbraucher unangemessen. Solche Klauseln sind deshalb unwirksam. Bereits gezahlte Gebühren konnten Kreditnehmer zurückfordern.

Für dich heißt das: Ein normaler Ratenkredit oder Minikredit einer Bank enthält keine Bearbeitungsgebühr. Die Kosten des Kreditgebers stecken im Zins.

Welche Kosten es stattdessen gibt

Nicht jede Zusatzgebühr ist eine verbotene Bearbeitungsgebühr. Bei Minikrediten begegnen dir vor allem diese Entgelte:

  • Express- oder Sofortauszahlung: Manche Anbieter berechnen einen Aufpreis, wenn das Geld besonders schnell kommen soll. Ist diese Leistung freiwillig, ist sie zulässig, steckt aber nicht im effektiven Jahreszins.
  • Vermittlungsentgelt: Ein Kreditvermittler darf eine Vergütung verlangen, wenn das vertraglich vereinbart ist. Fällig wird sie aber erst, wenn der Kredit ausgezahlt wurde und nicht mehr widerrufen werden kann (§ 655c BGB). Sie muss in den effektiven Jahreszins eingerechnet werden.
  • Verzugskosten: Zahlst du zu spät, können Verzugszinsen und Mahnkosten anfallen.

Mehr zu diesen Posten findest du unter Gebühren bei Minikrediten.

Die rechtlichen Auswirkungen von Bearbeitungsgebühren verstehen

Die BGH-Urteile von 2014 betreffen Verbraucherdarlehen, also Kredite an Privatpersonen. Klauseln, die eine laufzeitunabhängige Bearbeitungsgebühr vorsehen, sind dort unwirksam. 2017 hat der Bundesgerichtshof das auch auf Unternehmerkredite ausgeweitet. Ausnahmen kann es geben, wenn eine Gebühr im Einzelfall wirklich frei ausgehandelt wurde. Bei Online-Krediten mit Standardvertrag ist das praktisch nie der Fall.

Taucht in einem Kreditvertrag trotzdem eine Bearbeitungsgebühr auf, solltest du nachfragen und den Vertrag notfalls nicht unterschreiben. Hast du schon gezahlt, kann dir eine Verbraucherzentrale helfen, das Geld zurückzufordern.

Wie du unzulässige Gebühren erkennst und vermeidest

  • Zahle nie vorab Geld für Bearbeitung, Prüfung oder Versand von Unterlagen. Bei Kreditangeboten, die so etwas verlangen, handelt es sich häufig um Betrug.
  • Vergleiche den effektiven Jahreszins. Pflichtkosten müssen darin enthalten sein.
  • Prüfe, ob eine kostenpflichtige Zusatzleistung wirklich nötig ist. Bei vielen Anbietern kommt das Geld auch ohne Expresspaket innerhalb weniger Werktage.
  • Lies die vorvertraglichen Informationen. Dort müssen alle Kosten aufgeführt sein.
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minikredite.org-Tipp

Verlangt ein Anbieter Geld, bevor du den Kredit bekommst, brich den Antrag ab. Seriöse Banken und Vermittler verdienen erst, wenn der Kredit ausgezahlt ist.

Aktuelle Kredite im Vergleich

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Minikredite

AnbieterBetrageff. Jahreszins§ 17 PAngVZum Anbieter
VEXCASH100 bis 1.000 € (Neukunden)11,13 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel nach § 17 PAngV: 500 € Nettodarlehensbetrag, 3 Monate, Sollzins 10,60 % fest, eff. Jahreszins 11,13 %, 3 Raten à 170,54 €, Gesamtbetrag 511,62 €.

Zu VEXCASH*
Cashper100 bis 1.500 € (Neukunden)13,40 bis 13,60 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 400 € Nettodarlehensbetrag, 1 Monat, Sollzins 12,71 % fest, eff. Jahreszins 13,48 %, Gesamtbetrag 404,18 €.

Zu Cashper
Minikredit.de199 €13,30 %
Beispiel

Beispiel laut Anbieter: 199 €, 61 Tage, 2 Raten, eff. Jahreszins 13,30 %, Gesamtbetrag 202,12 €.

Zu Minikredit.de

Ratenkredite

AnbieterBetrageff. Jahreszins§ 17 PAngVZum Anbieter
easyCredit1.000 bis 75.000 €5,99 bis 16,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 120 Monate, Sollzins 12,27 % gebunden, eff. Jahreszins 12,99 %, Gesamtbetrag 17.358,72 €.

Zu easyCredit
TARGOBANK1.500 bis 80.000 €3,49 bis 10,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 15.000 € Nettodarlehensbetrag, 73 Monate, Sollzins 6,74 % gebunden, eff. Jahreszins 6,95 %, Gesamtbetrag 18.377,70 €.

Zu TARGOBANK*
comdirect1.500 bis 100.000 €3,29 bis 12,49 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 60 Monate, Sollzins 6,45 % gebunden, eff. Jahreszins 6,64 %, Gesamtbetrag 11.724,55 €.

Zu comdirect*
Bank of Scotland3.000 bis 50.000 €5,24 bis 6,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 23.000 € Nettodarlehensbetrag, 74 Monate, Sollzins 6,49 % gebunden, eff. Jahreszins 6,69 %, Gesamtbetrag 27.969,99 €.

Zu Bank of Scotland*
SWK Bank7.500 bis 100.000 €5,29 bis 12,99 %
Beispiel

Repräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 84 Monate, Sollzins 6,12 % gebunden, eff. Jahreszins 6,29 %, Gesamtbetrag 12.316,58 €.

Zu SWK Bank*

Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026. Ohne Stern: Direktlink ohne Provision.

Häufige Fragen zur Bearbeitungsgebühr

Darf eine Bank heute noch eine Bearbeitungsgebühr verlangen?

Bei Verbraucherkrediten nicht über vorformulierte Vertragsklauseln. Der Bundesgerichtshof hat solche Klauseln 2014 für unwirksam erklärt.

Ist ein Aufpreis für die Sofortauszahlung eine Bearbeitungsgebühr?

Nein. Eine freiwillige Expressauszahlung ist eine Zusatzleistung, die du abwählen kannst. Sie ist zulässig, aber nicht im effektiven Jahreszins enthalten.

Fazit

Bearbeitungsgebühren sind bei Verbraucherkrediten seit den BGH-Urteilen von 2014 in Standardverträgen unzulässig. Achte stattdessen auf freiwillige Zusatzentgelte wie eine Expressauszahlung und zahle niemals Geld im Voraus.

Geschrieben von Max Benz. Definition geprüft am 05.10.2026. Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026.