Schufa Selbstauskunft kostenlos 2026: So beantragst du sie richtig
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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2026
Ja, die Schufa-Selbstauskunft ist immer kostenlos. Du hast einen gesetzlichen Anspruch darauf, ausdrücklich geregelt in Art. 15 DSGVO und § 34 BDSG, und die Schufa darf dafür kein Geld verlangen. Verwechsle sie nicht mit der kostenpflichtigen Bonitätsauskunft, die vor allem Vermieter und Vermittler verlangen. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was in der Selbstauskunft steht, wie du sie in wenigen Schritten anforderst und was zu tun ist, wenn ein Eintrag falsch aussieht.
Was ist eine Schufa-Selbstauskunft und ist sie wirklich kostenlos?
Ja, die Schufa-Selbstauskunft, offiziell Datenkopie genannt, ist kostenlos und bleibt es auch bei mehrfacher Anfrage. Die Datenkopie ist eine vollständige Übersicht aller Informationen, die die Schufa über dich gespeichert hat: Vertragsdaten, Zahlungsverhalten und deinen aktuellen Bonitätsscore. Der Anspruch darauf ergibt sich aus Art. 15 DSGVO in Verbindung mit § 34 BDSG. Beide Vorschriften geben dir das Recht, jederzeit zu erfahren, welche personenbezogenen Daten eine Auskunftei über dich führt.
Ein weit verbreiteter Irrtum hält sich hartnäckig: angeblich stehe dir die kostenlose Datenkopie nur einmal pro Jahr zu. Stimmt nicht. Die DSGVO spricht in Art. 15 Abs. 3 von “angemessenen Abständen”, nicht von einer festen Jahresfrist. Die Ein-mal-pro-Jahr-Regel ist eher ein Narrativ der Auskunfteien, um die Zahl der Anfragen zu begrenzen, hat aber keine eigene gesetzliche Grundlage. Bei einem berechtigten Anlass, etwa einer Wohnungssuche, einem Kreditantrag oder dem Verdacht auf einen fehlerhaften Eintrag, kannst du auch mehrmals im Jahr eine kostenlose Kopie anfordern. Nur wer die Datenkopie offensichtlich missbräuchlich oft bestellt, riskiert eine Ablehnung oder eine Gebühr.
Schufa-Selbstauskunft vs. Bonitätsauskunft: Was ist der Unterschied?
Die Schufa-Selbstauskunft und die Bonitätsauskunft sind zwei unterschiedliche Produkte mit unterschiedlichem Preis. Die Selbstauskunft (Datenkopie) ist dein gesetzlicher Anspruch und kostenlos. Die Bonitätsauskunft, bei der Schufa auch BonitätsCheck genannt, ist ein kostenpflichtiges Produkt für 29,95 Euro einmalig und zeigt eine tagesaktuelle Auswertung deiner Bonität, oft im Format, das Vermieter oder Vertragspartner akzeptieren.
Beide klingen ähnlich. Der wichtigste praktische Unterschied liegt trotzdem in Geschwindigkeit und Verwendungszweck. Die folgende Tabelle stellt beide Varianten gegenüber, damit du direkt siehst, welches Dokument du wirklich brauchst.
| Merkmal | Selbstauskunft (Datenkopie) | Bonitätsauskunft (BonitätsCheck) |
|---|---|---|
| Kosten | Kostenlos | 29,95 Euro einmalig |
| Rechtsgrundlage | Art. 15 DSGVO, § 34 BDSG | Kommerzielles Produkt der Schufa |
| Lieferweg | Postalisch, meist innerhalb weniger Tage bis zu zwei Wochen | Sofort online oder als PDF |
| Score-Aktualität | Stand zum Anfrage-Zeitpunkt | Tagesaktuell berechnet |
| Typischer Zweck | Eigene Kontrolle, Fehlerprüfung | Vorlage bei Vermietern, schnelle Bonitätsprüfung |
Für die eigene Kontrolle deiner Daten reicht die kostenlose Datenkopie vollkommen aus. Nur wenn ein Vermieter ausdrücklich ein tagesaktuelles, offiziell formatiertes Dokument verlangt, lohnt sich der Griff zur kostenpflichtigen Bonitätsauskunft.
So beantragst du deine kostenlose Schufa-Selbstauskunft in 4 Schritten

Die Beantragung läuft in vier klaren Schritten ab und dauert in der Regel nur wenige Minuten, bis du deine Anfrage abgeschickt hast. Die Grafik unten zeigt dir den Ablauf von der Anfrage bis zur Zustellung auf einen Blick.
- Rufe die offizielle Antragsseite der Schufa auf und wähle die kostenlose Datenkopie nach Art. 15 DSGVO aus, nicht den kostenpflichtigen BonitätsCheck.
- Weise deine Identität nach. Das geht online über den Online-Ausweis (eID), per PIN-Brief oder klassisch mit einer Ausweiskopie im postalischen Antrag.
- Gib deine aktuellen und, falls du in den letzten Jahren umgezogen bist, auch deine früheren Adressen an, damit die Schufa deine Daten eindeutig zuordnen kann.
- Warte auf die Zustellung. Die Bearbeitung dauert meist wenige Tage bis zu zwei Wochen auf dem Postweg. Gesetzlich hat die Schufa laut Art. 12 DSGVO maximal einen Monat Zeit für die Antwort.
Alternativ bieten der digitale meineSCHUFA-Account und der Partnerdienst bonify einen sofortigen digitalen Einblick in deine Basisdaten und deinen Score an. Diese Varianten sind ebenfalls kostenlos, ersetzen aber nicht die vollständige Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, die alle gespeicherten Informationen und Empfänger der letzten zwölf Monate zeigt.
Was steht in der Schufa-Selbstauskunft?
Deine Schufa-Selbstauskunft enthält drei Datenkategorien: persönliche Stammdaten, Vertrags- und Zahlungsdaten sowie deinen Bonitätsscore. Nicht alles, was viele vermuten, taucht tatsächlich in der Datenkopie auf. Die folgende Übersicht zeigt dir schnell, was enthalten ist und was nicht.
| Enthalten | Nicht enthalten |
|---|---|
| Name, frühere Namen, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Adressen | Einkommen, Kontostand, Vermögen |
| Laufende Kredite, Kreditkarten, Mobilfunkverträge | Beruf, Arbeitgeber |
| Zahlungsausfälle und Mahnverfahren | Religion, politische Einstellung, Nationalität |
| Bonitätsscore und die Empfänger deiner Daten der letzten 12 Monate | Familienstand, individuelles Konsumverhalten |
Der Score selbst ist eine Wahrscheinlichkeitsangabe für dein zukünftiges Zahlungsverhalten. Er ist nicht bindend. Die endgültige Entscheidung über einen Kredit, eine Wohnung oder einen Vertrag trifft immer der jeweilige Anbieter, nicht die Schufa.
Wer verlangt eine Schufa-Selbstauskunft und warum?
Vier Gruppen fragen am häufigsten nach einer Schufa-Auskunft, bevor sie mit dir einen Vertrag abschließen.
- Banken prüfen vor der Kreditvergabe, ob du in der Lage bist, das geliehene Geld zurückzuzahlen.
- Vermieter verlangen bei der Wohnungssuche oft eine aktuelle Bonitätsauskunft als Nachweis für pünktliche Mietzahlungen.
- Versicherungen fragen bei bestimmten Tarifen, etwa in der Kfz-Haftpflicht, ebenfalls Bonitätsdaten ab.
- Leasingunternehmen sichern größere Finanzierungen, etwa für ein Auto, mit einer Bonitätsprüfung ab.
Weil diese Stellen deine Daten regelmäßig einsehen, lohnt sich ein Blick in die eigene Selbstauskunft, bevor du dich um eine Wohnung oder einen Kredit bewirbst. So siehst du vorab, was ein Vermieter oder eine Bank über dich sehen wird.
Fehler in der Schufa-Selbstauskunft entdeckt: Was jetzt?
Ein fehlerhafter Eintrag lässt sich korrigieren, denn die DSGVO gibt dir dafür ein ausdrückliches Recht. Nach Art. 16 DSGVO kannst du die Berichtigung falscher Daten verlangen, nach Art. 17 DSGVO sogar die Löschung, wenn die Daten unrechtmäßig gespeichert wurden oder ihre Speicherfrist abgelaufen ist.
Gehe bei einem verdächtigen Eintrag so vor:
- Prüfe jede Position in der Datenkopie einzeln, besonders Kredite, die du nicht kennst, oder Zahlungsausfälle, die du bereits beglichen hast.
- Fordere schriftlich eine Berichtigung an und lege Belege bei, etwa eine Zahlungsbestätigung oder einen Kontoauszug.
- Wende dich bei fehlender Reaktion zusätzlich an den ursprünglichen Vertragspartner, zum Beispiel die Bank oder den Mobilfunkanbieter, der die fehlerhafte Meldung ursprünglich übermittelt hat.
- Behalte die Korrespondenz, falls du dich später auf die Berichtigung berufen musst.
Plane für eine Korrektur ausreichend Vorlauf ein. Bevor du dich um eine Wohnung oder einen Kredit bewirbst, solltest du deine Datenkopie deshalb frühzeitig anfordern und nicht erst kurz vor dem entscheidenden Termin.
Vorsicht vor unseriösen Anbietern: Woran du eine echte kostenlose Schufa-Auskunft erkennst
Neben der offiziellen Schufa tummeln sich zahlreiche Drittanbieter, die eine “sofortige kostenlose Schufa-Auskunft” versprechen. Klingt gut, ist es aber selten. Manche davon verlangen im Kleingedruckten trotzdem eine Zahlung oder binden dich in ein Abo ein, das du gar nicht wolltest.
Diese Warnsignale solltest du ernst nehmen, bevor du deine Daten irgendwo eingibst:
- Der Anbieter verlangt vorab eine Kreditkarten- oder Kontonummer, obwohl die Auskunft angeblich kostenlos sein soll.
- Die Seite fordert eine vollständige Ausweiskopie an, ohne dass klar wird, wer der Anbieter überhaupt ist und wie er deine Daten schützt.
- Es fehlt ein transparentes Impressum oder ein erkennbarer Bezug zur offiziellen Schufa Holding AG.
Beantrage deine Datenkopie deshalb ausschließlich über die offizielle Schufa-Website oder den offiziellen Postweg. Das kostet dich nichts außer etwas Geduld und schützt dich davor, dass deine sensiblen Bonitätsdaten bei einem unklaren Drittanbieter landen.
Häufige Fragen zur Schufa-Selbstauskunft
Wie oft im Jahr ist die Schufa-Selbstauskunft kostenlos?
Die Datenkopie ist grundsätzlich in angemessenen Abständen kostenlos, nicht nur einmal pro Jahr. Nur bei offensichtlich missbräuchlich häufigen Anfragen darf die Schufa eine Gebühr verlangen oder die Bearbeitung verweigern.
Wie lange dauert die Bearbeitung der Schufa-Selbstauskunft?
Die postalische Zustellung dauert üblicherweise wenige Tage bis zu zwei Wochen, abhängig von Antragsweg und Postlaufzeit. Gesetzlich hat die Schufa nach Art. 12 DSGVO maximal einen Monat Zeit, um zu antworten.
Kann ich die Schufa-Selbstauskunft online beantragen?
Ja, du kannst die Datenkopie online über die offizielle Schufa-Website anstoßen und dich per Online-Ausweis oder PIN-Brief identifizieren, auch wenn die Auskunft selbst meist postalisch zugestellt wird. Der digitale meineSCHUFA-Account liefert zusätzlich einen sofortigen Blick auf deine Basisdaten.
Reicht die kostenlose Selbstauskunft auch für einen Vermieter?
Das kommt auf den Vermieter an, denn manche akzeptieren die formlose Datenkopie, andere verlangen ausdrücklich die kostenpflichtige, tagesaktuelle Bonitätsauskunft im offiziellen Format. Frag im Zweifel direkt beim Vermieter nach, welches Dokument er konkret erwartet, bevor du eines der beiden Produkte bestellst.
Was mache ich, wenn meine Schufa-Selbstauskunft einen falschen Eintrag zeigt?
Du kannst eine Berichtigung nach Art. 16 DSGVO verlangen und dabei Belege wie eine Zahlungsbestätigung beifügen. Bleibt die Reaktion aus, wende dich zusätzlich an den Vertragspartner, der die fehlerhafte Meldung ursprünglich übermittelt hat.
Kann ich meinen Schufa-Score selbst verbessern?
Ja, pünktliche Zahlungen, wenige gleichzeitig laufende Kredite und der Verzicht auf unnötige harte Kreditanfragen wirken sich positiv aus. Frag bei Vertragsabschlüssen aktiv nach einer Schufa-neutralen Konditionsanfrage, damit eine reine Vergleichsanfrage nicht wie ein Kreditantrag gewertet wird.
Über den Autor:
Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von minikredite.org, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, Minikredite miteinander zu vergleichen, um die besten seriösen Anbieter zu finden.