Max Benz

Geschäftsführer und Gründer

Max Benz hat einen Master of Science-Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Technischen Universität Dresden und ist Geschäftsführer und Gründer von minikredite.org, einer Marke der LBC Finance UG. Er liebt es, Minikredite miteinander zu vergleichen, um die besten seriösen Anbieter zu finden.

Was ist die Kreditfähigkeit?

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Max Benz

Gründer von minikredite.org

Das Wichtigste in Kürze

  • Kreditfähigkeit ist die rechtliche Voraussetzung, um einen Kreditvertrag abschließen zu dürfen. Sie bewertet keine finanziellen Verhältnisse.
  • Vollständige Geschäftsfähigkeit und Volljährigkeit (18 Jahre) sind die Kernvoraussetzungen für Privatpersonen
  • Beide Konzepte prüft jede Bank separat: Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit.

Was ist Kreditfähigkeit?

Kreditfähigkeit bezeichnet die rechtliche Fähigkeit, einen Kreditvertrag (Darlehensvertrag) wirksam abzuschließen (Gabler Wirtschaftslexikon). Kreditfähig sind vollständig geschäftsfähige natürliche Personen, juristische Personen sowie Personenhandelsgesellschaften.

Ohne Kreditfähigkeit hat ein Kreditvertrag von Anfang an keine rechtliche Wirkung (Wikipedia). Banken prüfen deshalb vor jeder Kreditvergabe sowohl die Kreditfähigkeit als auch die Kreditwürdigkeit des Antragstellers.

Voraussetzungen für Kreditfähigkeit bei Privatpersonen

Privatpersonen müssen drei Bedingungen erfüllen, um als kreditfähig zu gelten:

  • Volljährigkeit: mindestens 18 Jahre alt
  • Vollständige Geschäftsfähigkeit: keine rechtliche Einschränkung der Entscheidungsfähigkeit
  • Freie Willensbestimmung: keine psychische Erkrankung, die das eigene Handeln einschränkt

Personen mit beschränkter Geschäftsfähigkeit, zum Beispiel Minderjährige zwischen 7 und 17 Jahren, gelten allerdings nicht als voll kreditfähig. Für sie gelten besondere Regelungen.

Kreditfähigkeit bei juristischen Personen und Personengruppen

Für Unternehmen und Personengruppen gelten eigene Anforderungen. Juristische Personen wie GmbH und AG sind kreditfähig, wenn eine vertretungsberechtigte Person den Vertrag unterzeichnet. Das sind in der Regel der Vorstand oder Prokuristen. Handelsbevollmächtigte ohne ausdrückliche Prokura dürfen dagegen keine Kreditverträge unterschreiben.

Personengruppen ohne eigene Rechtspersönlichkeit, zum Beispiel eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) oder eine Erbengemeinschaft, können ebenfalls Kredite aufnehmen. Alle Mitglieder haften dann gemeinsam als Gesamtschuldner.

Wie prüfen Banken die Kreditfähigkeit?

Die Kreditfähigkeitsprüfung ist in der Praxis unkompliziert. Die benötigten Dokumente hängen davon ab, wer den Kredit beantragt:

  • Privatpersonen: gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • Unternehmen: beglaubigter Auszug aus dem Handelsregister

Bestandskunden der Bank müssen ihre Kreditfähigkeit nicht erneut nachweisen. Wichtig: Banken können beim ersten Antrag nur das Alter einer Person überprüfen, nicht ihren geistigen Zustand. Stellt sich später heraus, dass die Geschäftsfähigkeit eingeschränkt war, kann der Vertrag rückwirkend für unwirksam erklärt werden.

Was passiert bei eingeschränkter oder fehlender Kreditfähigkeit?

Wer nicht voll geschäftsfähig ist, kann keinen rechtswirksamen Kreditvertrag abschließen. Minderjährige und Personen unter Betreuung benötigen die Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters (Eltern oder Betreuer) sowie die Genehmigung des Familiengerichts (§§ 1643 Abs. 1, 1822 Nr. 8 BGB). Fehlt eine der beiden Genehmigungen, ist der Vertrag nichtig.

Eine volljährige Person kann deshalb auch keinen Kredit gemeinsam mit einer minderjährigen Person aufnehmen, da die Kreditfähigkeit bei beiden Kreditnehmern vorliegen muss.

Kreditfähigkeit und Kreditwürdigkeit: Was ist der Unterschied?

Vor jeder Kreditvergabe prüfen Banken beide Konzepte. Gesetzlich eindeutig definiert ist dabei nur die Kreditfähigkeit: Sie betrifft die rechtliche Eignung zum Vertragsabschluss. Kreditwürdigkeit ist dagegen nicht gesetzlich geregelt. Banken beurteilen eigenständig, ob ein Kreditnehmer die vereinbarten Raten finanziell stemmen kann.

KreditfähigkeitKreditwürdigkeit
DefinitionRechtliche Fähigkeit, wirksame Kreditverträge abzuschließenFinanzielle Fähigkeit, Kreditverpflichtungen zu erfüllen
Gesetzliche GrundlageGesetzlich definiert (BGB)Nicht gesetzlich definiert (bankinterne Entscheidung)
BankprüfungPersonalausweis oder HandelsregisterauszugSchufa-Auskunft, Einkommensnachweise, Haushaltsrechnung
Folge bei FehlenKreditvertrag ist rechtlich nichtigKreditantrag wird abgelehnt

Per § 505a BGB sind Kreditgeber verpflichtet, vor Abschluss eines Verbraucherdarlehensvertrags die Kreditwürdigkeit zu prüfen. Allein die rechtliche Eignung reicht keinesfalls aus. Beide Voraussetzungen müssen klar erfüllt sein, damit ein Kredit zustande kommt.

Häufige Fragen zur Kreditfähigkeit

Ab wann ist man kreditfähig?

Voll kreditfähig ist man ab 18 Jahren, sofern keine Einschränkung der Geschäftsfähigkeit vorliegt. Minderjährige zwischen 7 und 17 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig und können ohne Zustimmung von Eltern und Familiengericht keinen Kreditvertrag abschließen.

Was passiert, wenn die Kreditfähigkeit fehlt?

Fehlt die Kreditfähigkeit, ist der Kreditvertrag von Anfang an rechtlich nichtig. Er entfaltet keinerlei Rechtswirkung und begründet weder Zahlungspflichten noch Ansprüche für die Vertragsparteien.

Kann eine GmbH kreditfähig sein?

Ja, eine GmbH ist kreditfähig, wenn eine vertretungsberechtigte Person, zum Beispiel der Geschäftsführer oder ein Prokurist, den Kreditvertrag unterzeichnet. Die Bank verlangt dazu in der Regel einen beglaubigten Handelsregisterauszug als Nachweis.

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