Bei der Bonitätsprüfung beurteilt ein Kreditgeber anhand von Auskunftei-Daten, Einkommen und Ausgaben, ob du einen Kredit voraussichtlich zurückzahlen kannst.
- Rechtsgrundlage
- § 505a BGB (Pflicht zur Kreditwürdigkeitsprüfung)
Eine Bonitätsprüfung zeigt Kreditgebern, ob du in der Lage und bereit bist, einen Kredit zurückzuzahlen. Kurz gesagt: Bevor eine Bank dir Geld leiht, prüft sie deine Kreditwürdigkeit. Dieser Artikel erklärt, was dabei bewertet wird, welche sechs Faktoren deine Bonität ganz direkt beeinflussen und wie du sie gezielt verbessern kannst.
Was ist eine Bonitätsprüfung?
Eine Bonitätsprüfung ist die Beurteilung deiner finanziellen Verlässlichkeit. Zwei Aspekte spielen eine Rolle. Kreditfähigkeit beschreibt, ob du rechtlich überhaupt Verträge abschließen darfst. Kreditwürdigkeit meint etwas anderes: ob du wirtschaftlich in der Lage bist, einen aufgenommenen Kredit tatsächlich auch zurückzuzahlen.
Kreditgeber rufen dafür Informationen bei spezialisierten Auskunfteien ab. In Deutschland gibt es vier wichtige Anbieter: SCHUFA, Creditreform, CRIF GmbH und Infoscore. Die SCHUFA ist die bekannteste und für Privatkunden am relevantesten. Das Ergebnis der Abfrage ist ein Scoring-Wert, der dein Ausfallrisiko in einer Zahl ausdrückt. Bei der SCHUFA ist das seit dem 17. März 2026 ein Punktwert von 100 bis 999, der auf zwölf veröffentlichten Kriterien beruht.
Warum ist die Bonitätsprüfung wichtig?
Für dich als Kreditnehmer entscheidet die Bonität darüber, ob du einen Kredit bekommst und zu welchem Zinssatz. Gute Bonität spart nachweislich Geld. Wer eine hohe Kreditwürdigkeit hat, zahlt weniger Zinsen und bekommt den Kredit schneller genehmigt. Wer als riskant eingestuft wird, bekommt teurere Konditionen oder gar keine Zusage.
Für Kreditgeber ist die Prüfung ein Instrument zur Risikosteuerung. Sie wollen sicherstellen, dass ihr Geld mit ausreichend hoher Wahrscheinlichkeit zurückfließt. Die Bonitätsprüfung macht dieses Risiko messbar.
Was beeinflusst deine Bonität?
Sechs Faktoren bestimmen, wie gut oder schlecht deine Bonität bewertet wird. Keiner davon wirkt isoliert, alle zusammen ergeben das Bild, das Auskunfteien und Kreditgeber sehen.
Regelmäßige Einkünfte
Ein stabiles, nachweisbares Einkommen ist ganz eindeutig das wichtigste Signal für Kreditgeber. Festangestellte mit geregeltem Gehalt werden besser bewertet als Menschen mit schwankendem Einkommen. Selbstständige müssen oft mehrere Jahre Steuerbescheide und Einkommensnachweise vorlegen, damit Kreditgeber überhaupt eine verlässliche Einschätzung treffen können.
Regelmäßige Ausgaben
Hohe monatliche Fixkosten, also Miete, Unterhalt oder laufende Abonnements, schmälern das frei verfügbare Einkommen. Kreditgeber rechnen aus, was nach allen Verpflichtungen übrig bleibt. Wer nach Abzug aller Kosten kaum Spielraum hat, gilt als risikoreicher.
Bestehende Kredite und Kreditanfragen
Laufende Ratenkredite und Kreditkartenschulden fließen direkt in die Bewertung ein. Es gibt dabei zwei Arten von Anfragen: Eine Konditionsanfrage prüft, welche Konditionen du bekommen würdest, und ist SCHUFA-neutral. Eine Kreditanfrage wird zwölf Monate gespeichert, senkt den Score laut SCHUFA aber ebenfalls nicht. In den Score zählen dagegen neu aufgenommene Ratenkredite sowie Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten der vergangenen zwölf Monate.
Zahlungsverhalten
Pünktliche Zahlungen stärken die Bonität. Verzögerungen und offene Forderungen dagegen nicht: Auskunfteien erfassen sie und werten sie als Risikosignal. Erledigte Zahlungsstörungen bleiben drei Jahre bei der SCHUFA gespeichert, 18 Monate, wenn du innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung bezahlt hast. Einträge aus abgeschlossenen Insolvenzverfahren verschwinden 6 Monate nach dem Ende des Verfahrens.
Bankverbindungen und Kreditkarten
Viele Konten bei verschiedenen Banken? Das wirkt unruhig. Kreditgeber interpretieren ein Sammelsurium an Girokonten und Kreditkarten als Signal für finanzielle Instabilität. Langjährige, störungsfreie Konten wirken dagegen klar positiv, weil sie eine Geschichte zuverlässigen Finanzgebarens zeigen.
Dispokredit-Höhe
Wer den Dispokredit dauerhaft voll ausnutzt, signalisiert finanzielle Anspannung. Kreditgeber sehen die Auslastung des Dispokredits als Indikator dafür, wie gut du ohne Puffer auskommst. Wer den Dispo selten oder gar nicht in Anspruch nimmt, wirkt bonitätstechnisch stabiler.
Wann darf eine Bonitätsprüfung gemacht werden?
Nicht jeder darf deine Bonität einfach abfragen. Eine Bonitätsprüfung ist nur zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt. Bei einem Kreditantrag ist dieses Interesse eindeutig gegeben, weil der Kreditgeber sein Risiko einschätzen muss. Für Mobilfunk- oder Leasingverträge gilt dasselbe.
Ohne berechtigtes Interesse oder deine ausdrückliche Einwilligung ist eine Abfrage nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) unzulässig. Automatische Scoring-Verfahren dürfen nicht als alleinige Grundlage für eine Kreditentscheidung dienen.
Wie kannst du deine Bonität verbessern?
Deine Bonität lässt sich gezielt verbessern, wenn du die richtigen Hebel kennst. Die folgenden fünf Maßnahmen wirken am stärksten:
- Rechnungen und Raten immer pünktlich bezahlen. Zahlungsverzüge wirken sich am stärksten negativ auf den Score aus.
- Bestehende Schulden konsequent abbauen. Weniger laufende Verbindlichkeiten verbessern das Risikobild bei Kreditgebern.
- Neue Verträge bündeln. Kreditanfragen senken den Score nicht, neue Girokonten, Kreditkarten und Ratenkredite zählen aber zwölf Monate. Mehrere Konto- oder Kartenanträge innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal.
- Alte Konten nicht grundlos kündigen. Eine lange Kontohistorie ohne Zwischenfälle wirkt vertrauensbildend.
- Den Dispokredit nicht dauerhaft ausreizen. Eine hohe Auslastung signalisiert finanzielle Engpässe.
Geduld ist dabei unbedingt nötig. Nach negativen Ereignissen wie einem Zahlungsverzug dauert es mehrere Monate, bis sich konsequente Gegenmaßnahmen im Score niederschlagen. Sofortige Verbesserungen gibt es nicht.
Kannst du deine Bonität kostenlos prüfen?
Ja. Nach Art. 15 DSGVO hast du das Recht, kostenlos eine Datenkopie bei der SCHUFA anzufordern, und zwar nicht nur einmal pro Jahr. Diese Selbstauskunft zeigt dir, welche Daten gespeichert sind, ob es negative Einträge gibt und wie dein Score aktuell liegt.
Es gibt vier Wege, die eigene Bonität zu prüfen:
- Kostenloser SCHUFA-Account: zeigt deinen aktuellen Score von 100 bis 999 Punkten samt Erklärung, wie er sich aus den zwölf Kriterien zusammensetzt
- Kostenlose SCHUFA-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO, online über die SCHUFA bestellbar
- Kostenloser Bonitätscheck über Kreditvergleichsportale, oft SCHUFA-neutral
- Kostenpflichtige SCHUFA-Bonitätsauskunft, die du als Nachweis an Dritte weitergeben kannst
Für die eigene Kontrolle reichen die kostenlosen Wege vollständig aus: Deinen Score siehst du im SCHUFA-Account, alle gespeicherten Einträge in der Datenkopie. Die kostenpflichtige Bonitätsauskunft brauchst du nur, wenn du deine Bonität gegenüber Dritten nachweisen sollst.
Gibt es Minikredite trotz schlechter Bonität?
Ja, manche Anbieter vergeben Minikredite auch bei eingeschränkter Bonität. Diese Kurzzeitkredite über kleine Beträge richten sich oft an Personen, die über klassische Bankwege keinen Kredit bekommen. Die Bedingungen unterscheiden sich dabei klar von normalen Ratenkrediten.
Zu rechnen ist mit höheren Zinsen, kürzeren Laufzeiten und niedrigeren Kreditbeträgen. Manche Anbieter nutzen alternative Bewertungsmethoden, etwa Einkommensnachweise oder Kontoanalysen, statt ausschließlich auf SCHUFA-Daten zu setzen. Das macht eine Genehmigung wahrscheinlicher, auch wenn der Score nicht makellos ist.
Wer einen Minikredit trotz schwieriger Bonität sucht, sollte Angebote sorgfältig vergleichen und die Gesamtkosten im Blick behalten. Ein Kredit, der auf dem Papier erreichbar wirkt, kann durch hohe Zinsen insgesamt teuer werden.
Anbieter und wie sie prüfen
Werbehinweis: Links mit * sind Partnerlinks. Schließt du darüber einen Kredit ab, erhalten wir eine Provision. Auf Reihenfolge und Bewertung hat das keinen Einfluss.
| Anbieter | Betrag | eff. Jahreszins | Prüfung | § 17 PAngV | Zum Anbieter |
|---|---|---|---|---|---|
| Rahmen bis 7.000 € | Zins laut Anbieter | Kontoeinblick statt nur SCHUFA | BeispielEffektivzins und repräsentatives Beispiel für den Kreditrahmen veröffentlicht cashpresso auf der deutschen Seite nicht; vor Abschluss auf der Anbieterseite prüfen. | Zu cashpresso | |
| 100 bis 1.000 € (Neukunden) | 11,13 % | SCHUFA-neutrale Anfrage | BeispielRepräsentatives Beispiel nach § 17 PAngV: 500 € Nettodarlehensbetrag, 3 Monate, Sollzins 10,60 % fest, eff. Jahreszins 11,13 %, 3 Raten à 170,54 €, Gesamtbetrag 511,62 €. | Zu VEXCASH* | |
| 100 bis 1.500 € (Neukunden) | 13,40 bis 13,60 % | SCHUFA-neutrale Anfrage | BeispielRepräsentatives Beispiel: 400 € Nettodarlehensbetrag, 1 Monat, Sollzins 12,71 % fest, eff. Jahreszins 13,48 %, Gesamtbetrag 404,18 €. | Zu Cashper | |
| 199 € | 13,30 % | auch mit SCHUFA-Eintrag möglich | BeispielBeispiel laut Anbieter: 199 €, 61 Tage, 2 Raten, eff. Jahreszins 13,30 %, Gesamtbetrag 202,12 €. | Zu Minikredit.de | |
| 1.000 bis 75.000 € | 5,99 bis 16,99 % | SCHUFA-neutrale Anfrage | BeispielRepräsentatives Beispiel: 10.000 € Nettodarlehensbetrag, 120 Monate, Sollzins 12,27 % gebunden, eff. Jahreszins 12,99 %, Gesamtbetrag 17.358,72 €. | Zu easyCredit | |
| 1.500 bis 80.000 € | 3,49 bis 10,99 % | SCHUFA-neutrale Anfrage | BeispielRepräsentatives Beispiel: 15.000 € Nettodarlehensbetrag, 73 Monate, Sollzins 6,74 % gebunden, eff. Jahreszins 6,95 %, Gesamtbetrag 18.377,70 €. | Zu TARGOBANK* |
Mehr Optionen: Kredit trotz SCHUFA →
Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026. Ohne Stern: Direktlink ohne Provision.
Häufige Fragen zur Bonitätsprüfung
Was ist der Unterschied zwischen Bonität und SCHUFA?
Die Bonität ist das übergeordnete Konzept: Sie beschreibt deine Fähigkeit und Bereitschaft, Schulden zurückzuzahlen. Die SCHUFA ist eine Auskunftei, die Daten über dein bisheriges Zahlungsverhalten sammelt und daraus einen Score berechnet. Deine Bonität wird also unter anderem durch SCHUFA-Daten beeinflusst, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen.
Wie lange bleiben negative Einträge bei der SCHUFA?
Das hängt von der Art des Eintrags ab. Erledigte Zahlungsstörungen bleiben drei Jahre nach Begleichung gespeichert. Hast du innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung bezahlt und kommen keine weiteren Negativmerkmale hinzu, werden sie nach 18 Monaten gelöscht. Offene Forderungen bleiben gespeichert, solange sie offen sind. Kreditanfragen werden nach 12 Monaten gelöscht. Einträge aus Insolvenzverfahren werden 6 Monate nach Abschluss des Verfahrens gelöscht.
Schadet eine Bonitätsprüfung meiner Bonität?
Nicht immer. Eine Konditionsanfrage, die du zum Vergleich von Kreditangeboten stellst, ist SCHUFA-neutral und beeinflusst deinen Score nicht. Auch eine echte Kreditanfrage senkt den Score laut SCHUFA nicht, sie bleibt aber zwölf Monate gespeichert. Anders ist es bei Anfragen für Girokonten und Kreditkarten oder von Händlern: Sie zählen zwölf Monate im Score.
Wer darf meine Bonität prüfen?
Nur wer ein berechtigtes wirtschaftliches Interesse nachweisen kann. Kreditgeber, Vermieter bei größeren Mietobjekten und Mobilfunkanbieter dürfen bei der SCHUFA oder anderen Auskunfteien anfragen. Ohne dieses Interesse ist eine Abfrage nach der DSGVO unzulässig.
Was ist ein guter SCHUFA-Score?
Seit dem 17. März 2026 gibt die SCHUFA den Score in Punkten von 100 bis 999 an, nicht mehr in Prozent. Ab 709 Punkten stuft sie die Bonität als „Gut“ ein, ab 776 Punkten als „Hervorragend“. Werte von 642 bis 708 gelten als „Akzeptabel“, Werte darunter als „Ausreichend“. Bei einer offenen Zahlungsstörung berechnet die SCHUFA gar keinen Score. Ob du einen Kredit bekommst, entscheidet trotzdem der Kreditgeber, der zusätzlich Einkommen und Ausgaben prüft.
Geschrieben von Max Benz. Definition geprüft am 05.10.2026. Konditionen laut Anbieter, geprüft am 06.10.2026.